Vorbereitungen Durch Hape Kerkelings Buch und Hörbuch sowie den auf dieser Grundlage entstandenen Film über den Jakobsweg in Spanien (Camino Frances) sowie dem Beschäftigen damit entstand der Wunsch, einen solchen Weg einmal zu gehen, zumindest zu beginnen. Zunächst musste ich mich jedoch um entsprechend geeignete Ausrüstung bemühen. Dazu habe ich mich an Ratschlägen von Wanderfreunden und Pilgern im Internet orientiert.  Es war mir von vorne herein klar, dass es mir zurzeit – alleine aus zeitlichen Gründen - nicht möglich sein wird, den Camino Frances zu gehen. In Deutschland existieren jedoch reichlich interessante Wanderrouten und Zuwege zum Jakobsweg, die aus allen Himmelsrichtungen in Trier oder im Süden zusammentreffen, um dann durch Frankreich weiter nach Nordspanien zu führen. Diese können im Ganzen aber auch in einzelnen Etappen – je nach der zur Verfügung stehenden Zeit – gegangen werden. Es brannte schon in mir, einen Test zu wagen. Dazu suchte ich mir die erste Etappe des Mosel-Caminos aus. Dieser startet in Koblenz-Stolzenfels und führt über den Anstieg zum Hunsrück zur Mosel (Alken) und dann weiter nach Treis-Karden, Bullay, Traben-Trarbach, Osann-Monzel, Klüsserath und Schweich nach Trier. Jedem Wander- und Pilgerfreund(in) steht es natürlich frei, seinen Weg zu finden und selbst zu gestalten. Die Hinweise zur Markierung des Mosel-Caminos sowie zu den Stempelstellen sind im Netz leicht zu finden und haben sich zu 100% bewahrheitet. Allerdings kann es Probleme mit den Öffnungszeiten der Stempelstellen geben. Zum Beispiel hatte die Bäckerei Becker (Stempelstelle für Alken) aufgrund der Jahreszeit (15.1.2019) montags und dienstags wegen Ruhetag geschlossen. Der Herr im angeschlossenen Hotel war jedoch so freundlich, mir den Stempel in meinen regionalen Pilgerpass zu geben. Den Pilgerpass hatte ich mir bei der St. Jakobus-Gesellschaft e.V. Rheinlad-Pfalz-Saarland gegen eine Gebühr von 4,90 EUR über das Internet besorgt. Der offizielle Credencial del Peregrino und die Jakobsmuschel schlummern aber bereits in der Schublade. Eine Vielzahl von Webseiten geben Tipps, Hinweise und Ratschläge.  Außerdem kann frei auf GPX- Dateien zugegriffen werden. Damit kann der Weg mittels eines kostenfreien GPX-Trackers auf dem Smartphone dargestellt werden. Mir war das eine große Hilfe. An zwei Stellen bin ich zunächst einige hundert Meter in die falsche Richtung gegangen, da die Wegmarkierungen verdeckt oder nicht eindeutig waren. Ein Blick auf den GPX-Track brachte mich wieder auf den richtigen Weg. Internetadressen www.jakobsweg.de/mosel-camino/ www.mosel-camino.info www.jakobusgesellschaft.eu www.fernwege.de/d/jakobsweg/mosel/etappen/index.html www.ich-geh-wandern.de/mosel-camino-ein-jakobsweg-von-koblenz-stolzenfels-nach-trier-st-matthias www.outdooractive.com/de/pilgerweg/romantischer-rhein/mosel-camino-1.-von-8-etappen-mosel- jakobsweg-moselcamino-/103248840/ Dies ist nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, sich über das Internet zu informieren und seinen Weg auszusuchen und vorzubereiten.   Meine Ausrüstung für die erste Etappe Für die erste Etappe, die ich am 15.1.2019 erfolgreich abschließen konnte, hatte ich mir extra neue Wanderschuhe (Lowa Renegade GTX Mid), den Wanderrucksack  Lowe Alpine AirZone Camino Trek 40- 50 (reguläre Größe) und weiteres Equipement besorgt. Trotz neuer Schuhe machte mir der Lowa keine Probleme, eher die getragenen – an sich sehr guten – Wandersocken von Rohner… Daneben noch Wanderstöcke (die ich nur für den Abstieg von der Wallfahrtskirche Bleidenberg zur Mosel benötigt habe), 3in1 Jacke, Trekkinghose. Das Übliche halt. Da ich in Erwägung gezogen hatte, nach einer Übernachtung in Alken noch eine weitere Etappe anzuschließen, war der Rucksack auch mit der notwendigen Ausrüstung bestückt. Aus persönlichen (familiären) Gründen habe ich es jedoch bei der ersten Etappe belassen. 1. Etappe von Koblenz-Stolzenfels nach Alken * Anreise mit Zug nach Koblenz Hbf * Bus Linie 650 von Bussteig I in Richtung Boppard bis Stolzenfels, Schlossweg * kurzer Fußweg zum Gemeindeamt, um dort den ersten Stempel zu Beginn des Weges zu erhalten   (geöffnet dienstags und donnerstags von 9:00 bis 10:00 Uhr!) Danach der Aufstieg zu den Höhen des Hunsrücks vorbei an Burg Stolzenfels
Wanderungen Mosel-Camino
Entlang des Weges sind viele Nistkästen für Vögel und Fledermäuse angebracht. Diese sind zusätzlich mit dem gelben Pfeil gekennzeichnet. Neben der Jakobsmuschel, deren zusammenlaufendes Ende die Richtung anzeigt, ein weiteres Hinweiszeichen.
Auf den Hunsrückhöhen angekommen trennt sich der linksrheinische Jakobsweg vom Mosel-Camino, die bis dahin gemeinsam verlaufen sind.
Archäologische Fundstelle Römischer Tempel aus gallo-römischer Zeit
Wallfahrtskirche Bleidenberg (Oberfell) mit Pilgerstein. In der Kirche, rechts neben dem Chor ist die Stempelstelle und ein Pilgerbuch zu finden.
Nach einem weiteren Marsch von rund 3 km von Alken nach Löf über die Moselbrücke zum Bahnhof Löf endete ein anstrengender aber schöner Tag. Das Wetter war zwar kalt und windig, aber von oben trocken.
Nach dem steilen Abstieg von der Wallfahrtskirche über den Kreuzweg nach Alken wird direkt am Ende des Pfades durch die Weinberge auf eine Pilgerherberge 15 m links hingewiesen.
Die 1. Etappe führt von Koblenz-Stolzenfels an der Burg Stolzenfels vorbei auf die Hunsrückhöhen, über Waldesch, Hünenfeld, Autobahnraststätte Mosel-West, Wallfahrtskirche Bleidenberg nach Alken. Einschließlich des Weges von Alken nach Löf waren dies 21,1 km. 18,06 km für die eigentliche 1. Etappe und rd. 3 km von Alken nach Löf zum Bahnhof.
reichlich matschig war es auch…
Hier beginnt die erste Etappe!
2. Etappe von (Alken-) Löf nach Treis-Karden
Nach einer Wartezeit von rd. 3,5 Monaten hatte ich nun die Gelegenheit, die zweite Etappe des Mosel-Caminos von Alken nach Treis-Karden mit rd. 18 km in Angriff zu nehmen. Da ich die Strecke von Alken nach Löf, Bahnhof mit rd. 3 km bereits am 15.01.2019 gelaufen war, waren von Löf bis Treis- Karden noch rd. 15 km zu wandern. Ich startete mit einem Freund ab Löf Bahnhof gegen 08:30 Uhr. Bis dort hin fuhren wir mit dem PKW und parkten auf dem Parkplatz (Rückseite des Bahnhofs). Hier besteht in begrenztem Umfang die Möglichkeit, seinen PKW ohne Parkschein oder Parkscheibe abzustellen, was uns sehr entgegenkam und positiv zu erwähnen ist, da wir dann bequem von Treis-Karden mit der Bahn zurückfahren konnten. Die Pilgerstrecke Löf Bahnhof bis Treis-Karden beläuft sich auf rd. 15 km.
Der Camino verläuft parallel auf der rechten Seite (!) des Schienenstrangs (Richtung Trier gesehen) bis Hatzenport. Hinter Hatzenport steigt der Weg stetig an, bis er die Hochebene mit dem Startpunkt der Drachen- und Gleitflieger „Am Küppchen“ erreicht und dann nach rechts in Richtung Lasserg abbiegt.
Der Weg ist mit der Jakobsmuschel-Plakette gut gekennzeichnet und durch gelbe Pfeile oder auch durch die Bezeichnung „MC“ + Pfeil ergänzt. Auf dem blauen Schild mit gelber Jakobsmuschel sind in der Regel immer noch zusätzlich Pfeile vorhanden, die die genaue Richtung angeben. Insbesondere muss man auf Abzweigungen vom breiten Feld-, Wiesen- oder Waldweg achten. Der Pfeil zeigt dann deutlich nach oben oder unten, um auf eine leicht übersehbare schmale Abzweigung hinzuweisen.
Hinter Lasserg wird die K 39 überquert. Nach rd. 150 m biegt der Weg nach links in Richtung Wald ab. Als markantes Ziel kommt nun die Burg Eltz immer näher. Diese ist jedoch erst zu sehen, wenn man unmittelbar vor dem versteckten Talkessel steht. Den Stempel für den Pilgerpass erhält man in der Souvenir- und Ticketverkaufsstelle (rechts hinter dem Haupttor). Öffnungszeiten beachten! Die Burg war für den allgemeinen Tourismus den Winter über geschlossen und in 2019 erst ab 01. April geöffnet. Nach einem stärkenden Imbiss ging es auf das zweite Teilstück von Burg Eltz nach Treis-Karden. Wenn man die der Burg vorgelagerte Brücke überquert hat, geht es unmittelbar danach nach links ab . Nach einigen hundert Metern ist auf die unscheinbare Abzweigung nach links unten zu achten, um auf dem Pilgerweg zu bleiben. Ein Stück weiter geht es links über eine alte Steinbrücke und danach genau geradeaus den steilen schmale Pfad relativ steil aufwärts. Man umrundet damit den Talkessel und erreicht oben wieder die Eifelhöhen.
…eine Stärkung für den Pilger …
Die nicht allzu lange Strecke konnten wir einschl. der Pausen in ca. 5 Std. zurücklegen. Leider ließ uns in Treis-Karden die Bahn etwas lange stehen, da wieder einmal die Strecke gesperrt war. Daher lautet meine Empfehlung bei Nutzung der Bahn noch genügend Reservezeiten einzuplanen, wenn man mit dem Zug zum Ausgangspunkt zurück oder nach Hause fahren will!
3. Etappe von Treis-Karden nach Bullay mit rd. 28 km die längste Etappe des Mosel-Caminos
Da ich auf der dritten Etappe des Mosel-Caminos alleine unterwegs war, kostete es aus persönlichen Gründen doch etwas Überwindung den Weg in Angriff zu nehmen. Im Mai 2019 war es dann so weit und ich habe mich aufgemacht. Da ich den Gesamt-Weg nicht in einem Rutsch pilgere, ist auch immer die Anfahrt aus dem Rheinland zu beachten. Entweder die gesamte Strecke mit dem Zug an die Mosel und anschließend wieder nach Hause oder Anfahrt mit dem PKW und eine strategisch günstige Parkmöglichkeit suchen, den Weg zurückzulegen und dann dieses Teilstück mit Zug/Bus an den Ausgangspunkt zurück. Die 3. Etappe ist das letzte Teilstück, welches mit DB AG zu nutzen ist, da sich die Schienentrasse immer in Nähe des Weges befindet und man dadurch die Möglichkeit hat, die RE/RB der Bahn zu nutzen. Von der 2. Etappe hatte ich mitbekommen, dass am Bahnhof in Treis-Karden ein P+R - Parkplatz zur Verfügung steht; zudem befindet sich dort eine nutzbare (saubere) Toilettenanlage (50 Cent, bzw. Euro-Schlüssel für Menschen mit Schwerbehinderung), also der ideale Ausgangspunkt für die 3. Etappe. Diese teilt sich im wesentlichen in zwei etwa gleich lange Abschnitte: 1. Abschnitt von Treis-Karden nach Beilstein über Kloster Maria Engelport (einschl. dem Weg von Karden Bf in die Ortsmitte von Treis rd. 16 km und 2. Abschnitt von Beilstein nach Bullay (Bahnhof) mit rd. 14 km. Je nach genutzen gpx-Daten varieren die Angaben zur Gesamtlänge der 3. Etappe von 24 bis 28 km. Dies resultiert einfach aus den jeweiligen Start- und Endpunkten des genutzten Weges. Die 3. Etappe war für mich mit insgesamt 30 km (Parkplatz Karden Bf bis Bullay (DB)) definitiv die längste bisher zurückgelegte Wanderstrecke und ich hatte mir schon überlegt, ob ich diese in Beilstein teilen soll. Von dort gibt es eine Buslinie nach Treis- Karden. Vorab sei gesagt, ich konnte die gesamte Strecke durchlaufen, aber… … wie auf dem Streckenprofil zu sehen ist, beinhaltet die Strecke für nicht ganz so Geübte drei „knackige“ Anstiege, insbesondere deren Länge machte etwas zu schaffen. Der Rest des Weges ist aus meiner Sicht harmlos, da immer ebenes bzw. leicht welliges Gelände. .  
Marktplatz Ortsteil Treis
Moselbrücke von Karden nach Treis
Kloster Maria Engelport Den Pilgerstempel erhielt ich im Klosterladen.
Nach einer kurzen Pause ging es dann links um das Kloster herum, an der Grotte vorbei auf das nächste Teilstück nach Beilstein. Im Hauptgebäude (Zugang vom Parkplatz aus) befindet sich eine Toilettenanlage. links: Wegweiser einschl. des Hinweises auf Santiago de Compostella (noch 2597 km…)
Nach einem steileren Anstieg gelangt man auf eine Hochebene, die richtig angenehm zu wandern ist. Der Pulsschlag kann dann wieder runter kommen…
Die Käsesahne musste im Klostercafe in Beilstein einfach sein! Dort gibt‘s auch den Pilgerstempel. Weil ich mich wohl fühlte, ging es danach direkt weiter auf die zweite Teilstrecke nach Bullay.
Das Reststück nach Bullay war - bis auf den Anstieg hinter Beilstein - sehr gut zu laufen. Bullay war unspektakulär. Deshalb habe ich dort keine Bilder mehr aufgenommen. Ich war nur froh den Pilgerstempel im Cafe Görgen zu erhalten und dann im Laufschritt zum Bahnhof, um den Zug nach Treis-Karden zu erreichen. Fazit: eine insgesamt schöne Wanderung bei angenehmen trockenem Wetter. Schade, dass nicht ein einziger weiterer Camino-Wanderer auf diesem Weg unterwegs war, ich bin zumindest keinem begegnet. Ein Hinweis noch zur Ausrüstung: Ich empfehle auf jeden Fall lange Wanderhosen und Wanderstiefel (der Zecken wegen). Zudem haben mich die LOWA Renegade GTX mid vor einer größeren Verletzung beim Umschlagen des Fußes bewahrt!
4. Etappe von Bullay (DB) nach Traben-Trarbach
Da ich mich am Vortag und in der Nacht nicht ganz so wohl gefühlt habe, habe ich mich entschlossen, für das erste Wegstück eine Alternativstrecke - gem. Wanderführer „Mosel- Camino“ von Raimund Joost - zu gehen. Diese führte von der Marienburg nicht über Zell und den Brummkopf, sondern die andere Richtung über die Weinhänge nach Reil, dort über die Brücke auf die andere Moselseite und weiter über Enkirch und Starkenburg nach Traben-Trarbach. Alles in allem etwas kürzer und die wohl heftige Steigung über den Brummkopf konnte vermeiden werden. Ab Enkirch wanderte ich dann wieder auf der ursprünglichen Route. Der Anstieg von Enkirch nach Starkenburg war ohnehin heftig genug.
Anfang Juni 2019 habe ich die vorerst letzte Etappe 4 gepilgert. Dies ist nun die letzte Etappe, die mit Abstellen von PKW und Rückfahrt mit der Bahn (Privatbahn) von Traben-Trarbach nach Bullay (DB) bewältigt werden kann. Die restlichen 4 Etappen werde ich wohl zu gegebener Zeit an einander folgenden Tagen bewältigen. Am Bahnhof Bullay befinden sich einige Park & Ride Parkplätze sowie eine offenen Toilette.
Zunächst führt die Strecke von Bullay über die Doppelstockbrücke (PKW und Fußgänger unten und Zug oben) auf die andere Moselseite ein Stück die Strasse und dann einen schmalen Pfad bergan zur Marienburg. Die Querung der Strasse ist durch die Jakobsmuschel angezeigt. Den Pilgerstempel gibt es an der Rezeption des Jugendbildungswerkes.
Danach geht es dann am Aussichtspunkt weiter in Richtung Reil. Achtung: Nicht dem Wegweiser in Richtung Alf folgen. Auf diesem Weg geht es dann auf der falschen Seite runter zum Ausgangspunkt.
Oberhalb von Reil ist dieser Hinweis auf den Moselcamino angebracht. Es ist der einzige Hinweis, dass man sich mehr oder weniger auf einer Alternativstrecke des Moselcaminos befindet. Bis Enkirch habe ich dann keine weiteren Wegweiser auf den Camino gefunden.
Nach Überquerung der Mosel in Reil auf dem Weg nach Burg wurde der 50. Breitengrad überschritten.
Erster Blick auf Traben-Trarbach
Starkenburg liegt oberhalb der Mosel am Rande eines Hochplateaus. Dort gibt es den Pilgerstempel in der offenen Evangelischen Kirche. Siehe Foto rechts neben dem Gästebuch.
In Starkenburg geht es dann rechts ab in Richtung der Grevenburg auf einen schmalen Pfad mit Blick auf die Mosel. Die Burgschänke hatte leider geschlossen, so dass dort leider kein Stempel zur Verfügung stand.
Pilgerstempel in - Marienburg - Enkirch, Cafe oder Touristinfo - Evangelische Kirche Starkenburg - Burgschenke Grevenburg (leider geschlossen) - Touistinformation Traben-Trarbach